KI-Konzept Grundschule 0 / 0 Felder
Schulentwicklung · Medienbildung · Kinderschutz

Version 1.1  |  Schuljahr

KI-Konzeptin den Schulamtsbezirken Regen und FRG

Künstliche Intelligenz an unserer Grundschule

Grundfertigkeiten stärkenKinder schützenKI kritisch verstehen

Verantwortlich (Schulleitung)
Ansprechperson KI / Medien
Zuletzt aktualisiert

Präambel

Von der Regel zur Praxis: Die markierten Beispiele sind eigene, fiktive Unterrichts- und Organisationsvorschläge – keine Berichte über bereits durchgeführte Projekte. Sie lassen sich an die jeweilige Schule anpassen. Genannte Produkte sind Funktionsbeispiele, keine Werbung und keine automatische schulische Freigabe. Vor einem Einsatz sind Eignung, Nutzungsbedingungen und Datenschutz schulisch zu prüfen. Die örtlichen Beschlüsse bleiben maßgeblich.

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst im Alltag von Grundschulkindern angekommen – meist ohne dass sie es merken: Sprachassistenten beantworten Fragen, Videoplattformen schlagen das nächste Video vor, Spiele und Lern-Apps passen sich an, ältere Geschwister lassen sich Hausaufgaben erklären. Kinder zwischen sechs und zehn Jahren erleben KI also nicht als Werkzeug, das sie selbst bedienen, sondern als etwas, das um sie herum passiert.

Genau das bestimmt die Aufgabe der Grundschule: Wir bringen Kindern nicht bei, KI zu bedienen. Wir helfen ihnen zu verstehen, dass es KI gibt, was sie kann, was sie nicht kann – und dass sie sich irren kann. Wir schützen die Kompetenzen, die in diesem Alter entstehen müssen: Lesen, Schreiben, Rechnen, Fragen stellen, mit anderen sprechen, sich etwas ausdenken. Und wir nutzen KI dort, wo sie Lehrkräften hilft, Kinder besser zu fördern.

Ein Schulvormittag – zwei unterschiedliche Aufgaben

Die Lehrkraft bereitet zum Thema „Wald“ mit einem freigegebenen KI-Werkzeug drei Textentwürfe vor und kontrolliert sie. Die Kinder lesen selbst, markieren unbekannte Wörter und erklären einem Partner einen Satz. Später bespricht die Klasse eine vorbereitete, als erfunden gekennzeichnete Falschaussage: Wie finden wir heraus, ob sie stimmt? Die KI unterstützt die Vorbereitung; das Lesen und Prüfen bleiben bei den Kindern.

Das Konzept orientiert sich an der Handlungsempfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) vom Oktober 2024, dem PRISMA-Modell des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums Wuppertal (KI-Schulpreis 2025/26) sowie dem KI-Kompetenzmodell von Alles, Falck, Flick und Schulz – jeweils angepasst an die Altersstufe der Grundschule.

Geltungsbereich und Verbindlichkeit. Dieses Konzept gilt für alle Lehrkräfte, Schüler:innen, Mitarbeitenden und die Betreuung (Mittagsbetreuung, Hort, Ganztag) unserer Schule und ist Bestandteil des Schulprogramms. Es wurde von der am beschlossen; der Elternbeirat wurde am beteiligt. Als „lebendes Dokument“ wird es regelmäßig überprüft und weiterentwickelt (siehe Kapitel 9).

Leitsatz unserer Schule zum KI-Einsatz Vorschlag – anklicken, um den Leitsatz schulspezifisch zu formulieren.

Auf einen Blick – das Wichtigste für Eltern

Dieser Abschnitt fasst das Konzept in einfacher Sprache zusammen. Er eignet sich auch als Text für den Elternbrief oder die Schulhomepage.

Bedienen die Kinder in der Schule selbst KI-Programme?
In der Regel nicht. Für generative KI-Dienste gelten unterschiedliche Alters- und Zugangsregeln, die vorab geprüft werden müssen. Wenn KI im Unterricht vorkommt, bedient die Lehrkraft sie – zum Beispiel gemeinsam mit der Klasse an der Tafel, damit alle sehen, was passiert. Kinder bekommen keine eigenen Zugänge zu freien Chatbots. Eine gesondert freigegebene schulische Lernplattform unter Anleitung ist davon zu unterscheiden.Beispiel: Beim Thema „Waldtiere“ tippt allein die Lehrkraft die gemeinsam formulierte Frage ein. Die Kinder brauchen weder Konto noch eigenes Gerät.
Wofür nutzt die Schule dann KI?
Vor allem im Hintergrund: Lehrkräfte lassen sich Übungsaufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen erstellen, Texte vereinfachen, Bildkarten gestalten oder Elternbriefe übersetzen. Das kann Zeit sparen; ob es hilft, prüft die Lehrkraft am Ergebnis.Beispiel: Ein Lesetext wird in einer kurzen Fassung mit Worterklärungen und einer längeren Fassung vorbereitet. Alle Kinder sprechen danach über denselben Inhalt.
Was lernen die Kinder über KI?
Dass es KI gibt, dass sie kein Mensch ist, dass sie sich irren kann, dass man ihr keine Geheimnisse anvertraut und dass Bilder und Stimmen gefälscht sein können. Ab Klasse 3 gibt es dafür den „KI-Entdeckerpass“.Beispiel: Die Klasse prüft die absichtlich falsche Übungsaussage „Eine Woche hat acht Tage“ am Kalender. Auch eine überzeugende Antwort kann falsch sein.
Was bleibt im Mittelpunkt?
Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprechen, Ausdenken – mit Stift, Papier, Büchern und miteinander. Das kann kein Programm ersetzen, und genau das muss in der Grundschule wachsen.Beispiel: Das Kind rechnet 8 + 7 mit Plättchen und erklärt den Weg über die 10. Kein Programm übernimmt den Rechenweg.
Was gilt bei Hausaufgaben und Proben?
Hausaufgaben sollen die Kinder selbst machen. KI darf sie nicht erledigen – auch nicht auf dem Handy der Eltern. Bei Proben und Lernzielkontrollen ist KI nie erlaubt.Beispiel: Bei einer schwierigen Aufgabe sagen Eltern: „Zeig mir, was du schon versucht hast.“ Bleibt sie offen, notieren sie den Hilfebedarf statt einer KI-Lösung.
Was passiert mit den Daten meines Kindes?
Namen, Fotos, Stimmen oder Texte Ihres Kindes werden nicht in generative KI-Dienste eingegeben. Für schulische Lernplattformen mit personenbezogenen Daten ist eine gesonderte Prüfung und Freigabe nötig; ein Deckname allein genügt nicht.Beispiel: Für Leseübungen lautet der Auftrag „Sätze mit sch und ch, Klasse 2“ – nicht „Übungen für dieses Kind mit seinem Förderbericht“.
An wen kann ich mich wenden?
An die Klassenleitung, an oder an die Schulleitung. Zuständigkeiten stehen in Kapitel 8.Beispiel: Eltern fragen vor einer neuen Lern-App bei der Klassenleitung nach, ob sie freigegeben ist und welche Alternative ohne App besteht.

1Unsere Schule und ihre Ausgangslage

1.1 Beschreibung der Schule

Muster für die Schulbeschreibung – mit echten Angaben ersetzen

„Unsere Grundschule hat acht Klassen und eine Mittagsbetreuung. Ein Schwerpunkt ist die Sprachförderung. Im Unterricht stehen Leseflüssigkeit und eigene Lösungswege im Mittelpunkt. KI wird zunächst von Lehrkräften zur Vorbereitung geprüft; die Kinder arbeiten weiterhin überwiegend mit Buch, Heft und Anschauungsmaterial.“ Die Angaben sind frei erfunden und werden nicht automatisch in die gelben Felder übernommen.

MerkmalAngabe
SchulartGrundschule (Jahrgangsstufen 1–4) Beispiel: „Grundschule mit jahrgangsgemischten Eingangsklassen und Mittagsbetreuung“ – nur übernehmen, wenn es zutrifft.
Schüler:innenBeispiel: Die aktuelle Gesamtzahl eintragen, keine Namenslisten; etwa „180“ als rein fiktiver Musterwert.
Lehrkräfte und pädagogisches PersonalBeispiel: Lehrkräfte und Betreuung getrennt ausweisen, etwa „12 Lehrkräfte, 4 Betreuungskräfte“; hier nur fiktive Zahlen.
Standort, Beispiel: Den tatsächlichen Schulort eintragen und die Zugehörigkeit zum Schulamtsbezirk Regen oder Freyung-Grafenau prüfen.
Digitale AusstattungBeispiel: „Ein Lehrer-Dienstgerät und ein Display pro Raum; ein geteilter Tablet-Koffer.“ Damit ist gemeinsames Vorführen ohne Einzelgeräte möglich.
Bestehende KonzepteBeispiel: Im Medienkonzept steht das Recherchieren, im Schutzkonzept der Meldeweg. Das KI-Konzept verweist auf beides, statt widersprüchliche Doppelregeln einzuführen.

1.2 Ausgangslage: KI im Leben unserer Kinder

Grundschulkinder nutzen KI kaum selbst, begegnen ihr aber täglich: über Sprachassistenten, Empfehlungen auf Videoplattformen, Filter und Bildeffekte, „smarte“ Spielzeuge und Lern-Apps – und über ältere Geschwister oder Eltern, die KI-Programme verwenden. Verlässliche Zahlen für die Altersgruppe 6 bis 13 liefert die KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest; die aktuelle Ausgabe wird bei der jährlichen Überarbeitung dieses Konzepts eingearbeitet: . An unserer Schule zeigt sich folgendes Bild:

1.3 Gesetzlicher und bildungspolitischer Rahmen

Unser KI-Konzept basiert auf folgenden Grundlagen:

2Pädagogische Grundhaltung und das PRISMA-Modell

Grundlage unseres KI-Einsatzes ist eine kritisch-konstruktive Haltung: Wir nutzen KI dort, wo sie Kindern und Lehrkräften wirklich hilft, und lassen sie weg, wo sie dem Lernen im Weg steht. Für die Grundschule gilt dabei ein besonderer Maßstab: Je jünger die Kinder, desto mehr Gewicht haben die Grundfertigkeiten – und desto sorgfältiger prüfen wir, ob ein Werkzeug diese Fähigkeiten stärkt oder eigenes Üben verdrängt. Als Denkwerkzeug nutzen wir das PRISMA-Modell von Felix Urban (Carl-Fuhlrott-Gymnasium Wuppertal, KI-Schulpreis 2026, Kategorie Gesamtkonzept), angepasst an unsere Altersstufe:

PPotenzialeWobei hilft KI Grundschulkindern oder ihren Lehrkräften wirklich?Beispiel: Ein kurzer und ein längerer Text zum selben Waldtier ermöglichen ein gemeinsames Unterrichtsgespräch.
RRisikenWas kann schiefgehen – für das Lernen, die Daten, die Sicherheit der Kinder?Beispiel: Die Lehrkraft entdeckt einen erfundenen Tierfakt und korrigiert ihn vor dem Einsatz.
IIntegrationWie und wo passt das in den Grundschulalltag – Unterricht, Vorbereitung, Elternarbeit?Beispiel: Ein geprüfter Lesetext passt in das bestehende Leseband; es wird keine zusätzliche App-Stunde eingeführt.
SSkillsWas müssen Lehrkräfte können – und was sollen Kinder in diesem Alter verstehen?Beispiel: Lehrkräfte prüfen Textniveau und Fakten. Kinder zeigen eine passende Fundstelle im Buch.
MMehrwertBringt es mehr, als wenn wir es ohne KI machen – für Lesen, Schreiben, Rechnen, Miteinander?Beispiel: Können die Kinder den Inhalt besser erklären? Ein hübscheres Arbeitsblatt allein genügt nicht.
AAnalyseWoran merken wir nach einem Jahr, ob es sich gelohnt hat?Beispiel: Nach vier Wochen vergleicht das Team Vorbereitungsaufwand und Beobachtungen beim Lesen und entscheidet über die Fortsetzung.

Quelle: Felix Urban: PRISMA – Ein Modell für dynamische Schulentwicklung im Zeitalter des Wandels. Unsere Schule nutzt dieses Modell mit ausdrücklichem Verweis auf den Urheber und passt es an die Grundschule an.

Einfach gesagt: PRISMA ist eine Checkliste mit sechs Fragen, die wir vor jedem KI-Einsatz durchgehen – wie eine Packliste vor dem Wandertag. In der Grundschule ist die Frage nach dem Mehrwert (M) besonders streng: Wenn Kinder etwas genauso gut mit Stift, Buch und Gespräch lernen, bleibt die KI weg.

2.1 Doppelte Verantwortung der Grundschule

Grundfertigkeiten schützenFlüssig lesen, mit der Hand schreiben, im Kopf rechnen, eigene Geschichten erfinden, Fragen stellen, mit anderen sprechen und streiten lernen. Diese Fähigkeiten entstehen in der Grundschule – und nur durch eigenes Tun. Kein Werkzeug darf sie abkürzen.Beispiel: Im täglichen Lesetandem lesen die Kinder selbst laut. Eine automatische Zusammenfassung ersetzt diese Übung nicht.
KI-Verständnis anbahnenKinder sollen wissen: KI gibt es, sie ist kein Mensch, sie kann sich irren, sie kann Bilder und Stimmen fälschen, und man verrät ihr nichts Persönliches. Das ist die Grundlage, auf der die weiterführende Schule aufbaut.Beispiel: Ein Papier-Spiel ergänzt „Zum Frühstück esse ich …“. Mehrere plausible Fortsetzungen zeigen: Wahrscheinlich klingt nicht automatisch wahr. Das Spiel ist nur ein vereinfachtes Modell.

3KI im Unterricht – Didaktische Einbettung

An unserer Grundschule gilt der Grundsatz: KI läuft über die Lehrkraft. Kinder erhalten von der Schule keine eigenen Zugänge zu KI-Diensten. Wenn KI im Unterricht vorkommt, bedient die Lehrkraft sie – sichtbar für alle, mit gemeinsamer Prüfung des Ergebnisses. Der weitaus größere Teil des KI-Einsatzes findet im Hintergrund statt: bei der Vorbereitung, Differenzierung und Elternkommunikation.

3.1 Grundsätze des KI-Einsatzes

3.2 Einsatzszenarien in der Grundschule

SzenarioBeschreibung
Differenzierung (Lehrkraft)Übungsaufgaben in drei Schwierigkeitsstufen, vereinfachte Sachtexte, Wortschatzlisten, Rechengeschichten – von der Lehrkraft erstellt, geprüft und angepasst. Ein möglicher Nutzen, der am konkreten Material überprüft wird.Beispiel: Zum Thema „Wald“ erstellt die Lehrkraft Texte mit etwa 60, 100 und 140 Wörtern. Alle behandeln dieselbe Frage. Fachbegriffe und Aufgaben bleiben vergleichbar; Wortzahl allein bestimmt nicht das Leseniveau.
Materialerstellung (Lehrkraft)Bildkarten, Arbeitsblätter, Stationen, Rätsel, Lieder- und Reimtexte, Vorlagen für Lapbooks – als Entwurf, den die Lehrkraft fachlich und sprachlich prüft.Beispiel: Mit fobizz KI für Arbeitsblätter kann die Lehrkraft einen Entwurf mit Lückentext und Fragen anlegen. Vor dem Drucken prüft sie Lösungen, Wortschatz und Aufgabenklarheit. Nur über einen freigegebenen Zugang.
Sprachförderung / DaZTexte in einfacher Sprache, Übersetzungen für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen, mehrsprachige Elternbriefe. Persönliche Daten bleiben draußen.Beispiel: Ein allgemeiner Ausflugshinweis ohne Namen wird mit DeepL übersetzt. Eine sprachkundige Person prüft ihn; reale Termine und Kontaktdaten werden anschließend lokal ergänzt. Keine vertraulichen Einzelfälle eingeben.
Gemeinsam an der Tafel (Klasse 3/4)Die Lehrkraft stellt der KI vor der Klasse eine Frage. Die Kinder prüfen die Antwort im Buch oder Lexikon: Wo stimmt es, wo nicht? Ziel ist das Prüfen, nicht die Antwort.Beispiel: „Was braucht eine Pflanze zum Wachsen?“ Die Klasse markiert überprüfbare Aussagen und vergleicht sie mit Sachbuch und eigenen Beobachtungen. Ohne Netz nutzt die Lehrkraft einen vorbereiteten Ausdruck.
Kreatives Klassenprojekt (Klasse 3/4)Die Klasse entwickelt zunächst eigene Ideen. Die Lehrkraft formuliert einen allgemeinen, eigenständig geschriebenen Auftrag ohne Personenbezug; Kindertexte, Zeichnungen und Aufnahmen werden nicht hochgeladen. Einen KI-Vorschlag vergleicht und verändert die Klasse anschließend.Beispiel: Die Kinder zeichnen einen Fantasiewald. Die Lehrkraft fordert unabhängig davon „einen freundlichen Fantasiewald mit runden Bäumen“ an. Die Klasse vergleicht Stimmung und Details; die eigenen Zeichnungen bleiben auf Papier.
Inklusion und NachteilsausgleichVorlesefunktion, Textvergrößerung, Strukturierungshilfen für Kinder mit Förderbedarf – als assistive Technik, abgestimmt mit Eltern und ggf. Förderlehrkraft.Beispiel: Im Sachunterricht erleichtert eine lokal verfügbare Vorlesefunktion den Textzugang. Bei einer Leseprüfung gelten die individuell festgelegten Hilfen. Textvergrößerung und Vorlesen sind nicht automatisch generative KI.
Lernplattformen mit KI-FunktionNur geprüfte, für die Altersstufe freigegebene Plattformen mit Schulvertrag (Liste in 6.1). Nutzung mit Pseudonymen, unter Anleitung, nie allein zu Hause als Pflicht.Beispiel: Nach dokumentierter Freigabe übt ein Kind zehn Minuten mit passenden Aufgaben. Die Lehrkraft beobachtet den Lösungsweg und hält gleichwertiges Papiermaterial bereit. Die Plattform erteilt keine Zeugnisnote.

Direkt ausprobieren: drei Arbeitsaufträge für Lehrkräfte

Voraussetzung: schulisch freigegebener Zugang, keine Daten oder Arbeiten von Kindern. Die Aufträge sind eigene Muster; die Ergebnisse sind erst nach Prüfung Unterrichtsmaterial. Mögliche Zugänge beschreibt das Kultusministerium mit den KI-Angeboten in ByCS und AIS.chat.

1 · Lesetext differenzieren, Klasse 3

Entwirf drei Sachtexte zum Thema „Warum sind Bäume wichtig?“ mit ungefähr 60, 100 und 140 Wörtern. Verwende dieselben drei Kernaussagen. Die kurze Fassung soll kurze Sätze und Erklärungen schwieriger Wörter enthalten. Formuliere zu jeder Fassung drei Fragen zum Textverständnis und getrennte Lösungsvorschläge. Keine Personen, Schulen oder erfundenen Quellen nennen.

Prüfen: Stimmt jede Kernaussage mit dem Sachbuch überein? Ist jede Frage im Text beantwortbar? Sind Sprache und Schriftbild passend? Im Unterricht: Kinder lesen eine passende Fassung und erklären anschließend einen Inhalt in eigenen Worten; nicht nur die Länge vergleichen.

2 · Rechenaufgaben vorbereiten, Klasse 2

Erstelle sechs Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 20: drei ohne und drei mit Zehnerübergang. Verwende keine negativen Zahlen. Gib die Lösungen getrennt aus und beschreibe bei einer Aufgabe den Rechenweg über die 10. Formuliere knapp und kindgerecht.

Prüfen: Jede Rechnung selbst lösen und die Gruppen kontrollieren. Im Unterricht: Ein Kind erklärt etwa 8 + 7 als 8 + 2 + 5. Die KI-Antwort wird nicht als fertige Schülerlösung ausgegeben.

3 · Allgemeine Elterninformation vereinfachen

Schreibe diese allgemeine Information in kurzen, freundlichen Sätzen: „Beim Wandertag benötigen die Kinder wettergerechte Kleidung, eine gefüllte Trinkflasche und eine Brotzeit. Die genauen Zeiten teilt die Schule gesondert mit.“ Verwende keine zusätzlichen Termine, Kosten oder Teilnahmebedingungen.

Prüfen: Nichts ergänzen lassen, was nicht beschlossen wurde. Bei einer Übersetzung eine sprachkundige Person gegenlesen lassen; Namen, Kontaktdaten und genaue organisatorische Angaben erst anschließend lokal einsetzen.

3.3 Was wir bewusst nicht tun

Die folgenden Alternativen zeigen, wie das gleiche Lernziel ohne riskante Nutzung erreicht werden kann.

3.4 Unsere KI-Regeln für Kinder

So gehen wir mit KI um – Regeln in Kindersprache (Klasse 3/4)

  1. 1Eine KI ist kein Mensch. Sie denkt nicht, sie hat keine Gefühle – auch wenn sie so redet.Beispiel: Das Programm schreibt „Ich freue mich“. Das ist ein Satz, kein echtes Gefühl.
  2. 2Eine KI kann sich irren. Ich prüfe, was sie sagt – im Buch oder bei einem Erwachsenen.Beispiel: Eine Antwort sagt „9 + 6 = 14“. Ich rechne mit Plättchen nach: Es ist 15.
  3. 3Ich verrate der KI nichts Persönliches. Keinen Namen, keine Adresse, kein Foto, kein Geheimnis.Beispiel: Ein Programm fragt nach meinem Namen. Ich tippe ihn nicht ein und hole Hilfe.
  4. 4Bilder und Stimmen können gefälscht sein. Wenn mir etwas komisch vorkommt, frage ich nach.Beispiel: Ein Bild zeigt einen Elefanten auf unserem Schuldach. Ich teile es nicht und frage einen Erwachsenen.
  5. 5Meine Aufgaben mache ich selbst. Nur so lerne ich es wirklich.Beispiel: Bei meiner Geschichte erfinde ich den Anfang selbst. Wenn ich feststecke, bitte ich um einen Tipp.
  6. 6KI benutze ich nur mit einem Erwachsenen. In der Schule mit meiner Lehrerin oder meinem Lehrer.Beispiel: In der Schule stellen wir Fragen gemeinsam. Nur die Lehrkraft bedient das Programm.

Als Klassenposter mit Bildsymbolen aufhängen; in Klasse 1/2 werden Regeln 1, 3 und 5 im Morgenkreis besprochen.

4Was Kinder in der Grundschule über KI lernen

In der Grundschule geht es nicht um Bedienkompetenz, sondern um Grundverständnis und Schutz. Wir orientieren uns am KI-Kompetenzmodell von Alles, Falck, Flick und Schulz (CC-BY 4.0) und an den fünf Dimensionen des Lernens mit KI – beides auf die Altersstufe heruntergebrochen.

4.1 Die fünf Dimensionen – in der Grundschule

Lernen mit KISelten und nur über geprüfte Lernplattformen unter Anleitung (Klasse 3/4).Beispiel: Ein freigegebenes Lernsystem passt Aufgaben an. Die Lehrkraft prüft, ob sie zum Kind und zum Lernziel passen.
Lernen über KIDer Schwerpunkt: Was ist KI? Wo begegnet sie mir? Warum kann sie sich irren? Was verrate ich nicht?Beispiel: Kinder ergänzen einen Satz unterschiedlich und besprechen, warum mehrere Antworten plausibel klingen können.
Lernen durch KINur mit der Lehrkraft als Vermittlerin, z. B. gemeinsames Prüfen einer KI-Antwort an der Tafel.Beispiel: Die Klasse vergleicht zwei von der Lehrkraft vorbereitete Erklärungen und begründet, welche verständlicher ist.
Lernen trotz KIBewusstes eigenes Tun: Kopfrechnen, Aufsatz schreiben, Vorlesen – auch wenn ein Programm es könnte.Beispiel: Das Kind schreibt eine Einladung selbst und überarbeitet anschließend zwei Sätze mit einer Partnerin.
Lernen ohne KIDer Normalfall in der Grundschule: Stift, Papier, Buch, Gespräch, Spiel.Beispiel: Beim Waldgang sammeln Kinder Beobachtungen, zeichnen Blätter und beschreiben Unterschiede im Gespräch.

Quelle: „Lernen und KI – Fünf Dimensionen für den Unterricht“ (u. a. Joscha Falck; Praxis am Carl-Fuhlrott-Gymnasium). Unsere Schule verwendet das Modell als Orientierung – mit umgekehrter Gewichtung gegenüber weiterführenden Schulen: „ohne“ und „über“ stehen im Vordergrund.

4.2 Kompetenzbereiche für Grundschulkinder

VerstehenWas KI istKinder wissen, dass es Programme gibt, die aus vielen Beispielen „gelernt“ haben, und dass sie deshalb Muster erkennen und Antworten erraten – aber nicht denken wie ein Mensch.
  • Beispiele für KI im Alltag nennenBeispiel: Ein Kind nennt einen Sprachassistenten, der auf eine gesprochene Frage antwortet.
  • Unterschied Mensch – Maschine erklärenBeispiel: „Meine Freundin kann sich wirklich freuen. Ein Programm kann nur so klingende Sätze ausgeben.“
  • „Raten“ statt „Wissen“ verstehenBeispiel: Beim Satz „Auf dem Brot ist …“ passen mehrere Wörter. Eine wahrscheinliche Ergänzung verrät nicht, was tatsächlich auf meinem Brot liegt.
AnwendenBegleitet ausprobierenKinder erleben unter Anleitung, wie man einer KI eine Frage stellt und was dabei herauskommt – als Gemeinschaftserfahrung, nicht als Fertigkeit.
  • Gemeinsam eine Frage formulierenBeispiel: Die Klasse macht aus „Wald?“ die Frage „Erkläre in drei kurzen Sätzen, warum Bäume Blätter haben“.
  • Beobachten, was die KI machtBeispiel: Die Lehrkraft zeigt einen vorbereiteten Verlauf: Aus einem Auftrag entsteht Text. Die Kinder beschreiben nur, was sichtbar ist.
  • Sagen, was gefehlt hatBeispiel: „Das Wort Wurzel wird genannt, aber nicht erklärt.“ Die Klasse fordert eine verständliche Ergänzung.
MitgestaltenEigene Ideen zuerstKinder erfahren, dass ihre eigenen Ideen der Anfang sind: Sie erfinden die Geschichte, die Figur, die Frage – und beurteilen, was das Programm daraus macht.
  • Eigene Idee vor der KI entwickelnBeispiel: Jedes Kind skizziert zuerst eine Fantasiepflanze mit zwei besonderen Eigenschaften.
  • KI-Vorschlag verändern und verbessernBeispiel: Der Bildentwurf der Lehrkraft zeigt zu viele Details. Die Kinder zeichnen ihre eigene einfachere Fassung.
  • Sagen, was besser war: eigenes oder KIBeispiel: „Meine Zeichnung zeigt die Idee klarer; beim KI-Bild gefällt mir der Hintergrund.“ Eine Begründung zählt, kein pauschales Urteil.
ReflektierenPrüfen und schützenKinder prüfen KI-Antworten, erkennen, dass Bilder und Stimmen gefälscht sein können, und wissen, welche Daten sie nie preisgeben.
  • Antwort im Buch nachprüfenBeispiel: Das Kind zeigt die Seite im Sachbuch, auf der eine Aussage zur Pflanze überprüft werden kann.
  • Echtes und Gefälschtes vergleichenBeispiel: Bei einem als erfunden markierten Fantasiebild fragt die Klasse nach Herkunft und Beleg. Auch ein Bild ohne sichtbare Fehler kann gefälscht sein.
  • Persönliche Daten benennen und schützenBeispiel: Karten mit erfundenen Angaben werden sortiert: Name, Adresse und Foto bleiben privat; eine allgemeine Frage zu Bäumen nicht.

Quelle: Alles, S. / Falck, J. / Flick, M. / Schulz, R.: KI-Kompetenzen für Lehrende & Lernende. Lizenz: CC-BY 4.0. Unsere Schule adaptiert die Bereiche für die Grundschule und verweist ausdrücklich auf die Urheber:innen.

4.3 Der KI-Entdeckerpass (Klasse 3/4)

Alle Kinder erwerben in Klasse 3 oder 4 den KI-Entdeckerpass – unser altersgerechtes Gegenstück zum „KI-Führerschein“ weiterführender Schulen. Er wird im Rahmen des Sachunterrichts, des Deutschunterrichts oder einer Projektwoche erarbeitet und umfasst:

4.4 Aufbau nach Jahrgangsstufen

Abschluss für den Entdeckerpass: Das Kind erklärt eine KI-Regel, prüft eine Übungsaussage mit einem Beleg und zeigt im Rollenspiel, wie es Hilfe holt. Es erhält Rückmeldung – keine Note für die Bedienung eines Produkts. Als Vorbereitung für Lehrkräfte eignet sich das Internet-ABC zu KI im Unterricht; Materialien werden auf Alter und Klasse abgestimmt.

JahrgangsstufeWas die Kinder lernen
Klasse 1–2Kein KI-Einsatz mit Kindern. Gesprächsanlässe im Morgenkreis: „Sprachassistenten und Roboter – sind die lebendig?“ Regeln 1, 3 und 5 kennenlernen. Vollständige Konzentration auf Lesen, Schreiben, Rechnen.Beispiel: Zehn Minuten Morgenkreis: Eine Papierfigur sagt „Ich bin ein Computer“. Kinder überlegen, was eine echte Freundin kann, ein Programm aber nicht; danach eigenes Lesen und Schreiben.
Klasse 3Einstieg in den KI-Entdeckerpass: Was ist KI, wo begegnet sie mir, KI kann sich irren. Erste gemeinsame Prüfung einer KI-Antwort an der Tafel.Beispiel: Eine Unterrichtsstunde: Frage sammeln, vorbereitete KI-Antwort lesen, zwei Aussagen im Buch prüfen, gemeinsam den Merksatz „Ich prüfe nach“ formulieren.
Klasse 4Abschluss des KI-Entdeckerpasses: echt oder gefälscht, persönliche Daten, Hilfe holen. Vorbereitung auf die weiterführende Schule: „Dort wirst du KI vielleicht selbst benutzen – das hier musst du vorher wissen.“ Ggf. ein begleitetes Klassenprojekt.Beispiel: Zwei Stunden: mit fiktiven Daten „privat oder allgemein“ sortieren, ein Hilfe-Gespräch üben und auf einem Plakat eigene Arbeit und KI-Anteil kennzeichnen.
Betreuung / GanztagGleiche Regeln wie im Unterricht. Keine KI-Nutzung mit Kindern in der Betreuung; Betreuungskräfte werden über das Konzept informiert.Beispiel: Ein Kind möchte einen Chatbot öffnen. Die Betreuung bietet ein Buch oder gemeinsames Nachschlagen an und erinnert an die Schulregel.

5Hausaufgaben, Proben und Leistungsbewertung

Die abschließende Leistungsbewertung obliegt stets der Lehrkraft. In der Grundschule stellt sich die Prüfungsfrage anders als in weiterführenden Schulen: Kinder nutzen KI in der Schule nicht selbst. Das Risiko liegt zu Hause – wenn Hausaufgaben mit dem Handy der Eltern oder älterer Geschwister „gelöst“ werden. Deshalb richten sich unsere Regelungen vor allem an Eltern.

5.1 Regelungen

FormatRegelung
Proben, Lernzielkontrollen, DiktateKI-Lösungen sind nicht erlaubt. Die konkret zugelassenen Hilfsmittel legt die Schule fest; ein bewilligter Nachteilsausgleich bleibt unberührt.Beispiel: In der Mathematikprobe rechnet das Kind selbst. Ein individuell zugelassenes Hilfsmittel wird vorab geklärt, nicht spontan durch eine KI-App ersetzt.
HausaufgabenWerden vom Kind selbst gemacht. Eltern dürfen erklären und helfen, aber nicht die KI erledigen lassen – Hausaufgaben zeigen der Lehrkraft, was das Kind schon kann. Eine mit KI gemachte Hausaufgabe bringt dem Kind nichts und der Lehrkraft eine falsche Rückmeldung.Beispiel: Das Kind stockt bei 47 + 8. Eltern fragen „Wie kommst du zuerst zum nächsten Zehner?“ oder lassen mit Material legen. Bleibt es schwierig, geht eine kurze Notiz an die Lehrkraft.
Referate, Plakate, Lapbooks (Klasse 3/4)Inhalte werden vom Kind selbst erarbeitet (Bücher, Kindersuchmaschinen, Interviews). Eltern dürfen beim Sammeln helfen; KI-Texte werden nicht abgeschrieben. Das Kind soll sein Plakat frei erklären können.Beispiel: Für ein Igelplakat sucht das Kind begleitet in fragFINN für die Schule und im Sachbuch, notiert drei eigene Sätze und nennt die Quellen. fragFINN ist eine Kindersuchmaschine, kein KI-Chatbot.
Aufsätze und SchreibaufträgeEntstehen in der Schule oder werden dort begonnen. Der eigene Text des Kindes – mit Fehlern – ist erwünscht; ein fehlerfreier KI-Text ist wertlos für das Lernen.Beispiel: Ein Kind schreibt eine fünf Sätze lange Erlebnisgeschichte. Mit einem Partner prüft es Reihenfolge und Satzanfänge; Fehler werden besprochen statt durch einen fremden Text ersetzt.
Übergangsempfehlung / ZeugnisseAusschließlich pädagogisches Urteil der Lehrkraft. KI wird nicht zur Bewertung von Kindern eingesetzt.Beispiel: Die Lehrkraft zieht eigene Beobachtungen, Arbeiten und Gespräche heran. Es werden weder Zeugnisdaten noch Förderberichte an eine KI übergeben.

5.2 Kennzeichnung bei Projekten (Klasse 3/4)

Wenn bei einem Klassenprojekt KI mit der Lehrkraft eingesetzt wurde, schreiben die Kinder es dazu – als erste Übung in Ehrlichkeit gegenüber Werkzeugen:

Vorlage: „Dabei hat uns eine KI geholfen“

Wir haben eine KI benutzt für:
Das haben wir selbst gemacht:
Das haben wir an der KI-Antwort verbessert:

So könnte eine ausgefüllte Kennzeichnung aussehen

KI genutzt für: einen allgemeinen Bildentwurf zum Fantasiewald; nur die Lehrkraft hat das Werkzeug bedient.
Selbst gemacht: Ideen gesammelt, eigene Bilder gezeichnet und eine Geschichte geschrieben; nichts davon hochgeladen.
Verbessert: Wir haben einen unpassenden Gegenstand im Entwurf besprochen und in unserer eigenen Zeichnung weggelassen.

Dieses Muster gehört zu einem begleiteten Klassenprojekt – es erlaubt keine KI-Hausaufgaben.

5.3 Wenn Zweifel an der Eigenständigkeit einer Hausaufgabe entstehen

Einfach gesagt: Wir setzen keine „KI-Detektoren“ ein – sie sind unzuverlässig und in der Grundschule ohnehin unbrauchbar. Wenn eine Arbeit auffällig anders ist als das, was das Kind sonst zeigt, spricht die Lehrkraft mit dem Kind („Erzähl mir, wie du das gemacht hast“) und bei Bedarf mit den Eltern. Es geht nicht um Strafe, sondern darum, dass das Kind die Chance zu lernen nicht verliert.

Gesprächsbeispiel ohne vorschnellen Verdacht

Die Lehrkraft sagt: „In deinem Text stehen Wörter, die wir noch nicht besprochen haben. Was bedeuten sie? Erzähl mir, wie du gearbeitet hast.“ Das Kind erklärt seinen Weg und schreibt bei Bedarf einen kurzen vergleichbaren Abschnitt in der Schule. Ein ungewöhnlicher Stil allein ist kein Beweis für KI-Nutzung. Mit den Eltern wird anschließend vereinbart, wie sie mit Hinweisen helfen können, ohne Aufgaben zu übernehmen.

6Datenschutz, Kinderschutz, Recht und Ethik

Grundschulkinder gehören zu den am stärksten geschützten Personengruppen im Datenschutz. Für uns gilt ein einfacher Grundsatz: Keine erkennbaren Kinderdaten in generativen KI-Diensten – weder Namen noch Fotos, Stimmen oder Kindertexte. Das gilt für Lehrkräfte genauso wie für Betreuungskräfte und Eltern. Für schulische Lernplattformen mit personenbezogenen Daten gelten die gesonderten Prüf- und Freigabeanforderungen dieses Kapitels; ein Pseudonym allein reicht nicht.

6.1 Datenschutz

Werkzeugliste – Freigabe erst nach dokumentierter Prüfung

Ein leeres Feld oder eine Produktnennung in einem Praxisbeispiel ist keine Freigabe. Ein EU-Serverstandort allein belegt keine Datenschutzkonformität.

– Anbieter: ; vorgesehener Zweck: Nutzung ohne Personenbezug. Freigabe, Zugangsart und Prüfdatum separat dokumentieren.

– vor Nutzung prüfen und dokumentieren: Altersstufe, Rechtsgrundlage, Verträge, ggf. AVV und Einwilligung, Datenflüsse, Pseudonyme, Löschung und Alternative

✗  Nicht zugelassen: frei zugängliche KI-Chatbots und Bildgeneratoren mit Kindern; jede Eingabe von Kinderdaten in nicht gelistete Dienste

Liste wird laufend gepflegt und den Eltern mitgeteilt – Stand: Schuljahr

Muster für einen Freigabevermerk – kein ausgefüllter Beschluss

„Werkzeug: [Name und Zugangsart]. Zweck: Unterrichtsmaterial ohne Personenbezug. Nutzerkreis: Lehrkräfte. Geprüfte Unterlagen und Datenflüsse: [Nachweise]. Grenzen: keine Kinderarbeiten oder Falldaten. Verantwortliche Stelle und Entscheidung: [Eintrag]. Nächste Prüfung: [Termin].“ Erst die zuständigen Personen tragen das tatsächliche Prüfergebnis ein.

6.2 Rechtlicher Rahmen

RechtsgrundlageRelevanz für unsere Schule
DSGVO (u. a. Art. 5, 6, 8, 25, 28, 30)Rechtsgrundlage vorab klären, Daten minimieren, Schutzmaßnahmen einplanen und Verarbeitungen dokumentieren. Einwilligung ist nicht die einzige mögliche Grundlage. Art. 6 und Art. 8 DSGVO (Gesetzestext).Beispiel: Ein allgemeiner Elternbrief wird ohne reale Namen vorbereitet; private Gesprächsnotizen bleiben im dafür vorgesehenen geschützten Schulsystem.
EU AI Act (2024)Der AI Act unterscheidet nach Einsatzzweck und Risiko. Bestimmte Bildungssysteme, etwa zur Leistungsbewertung oder zum Bildungszugang, können Hochrisiko-KI sein; nicht jeder Materialentwurf ist es. Die konkrete Einordnung und Pflichten sind zu prüfen. Einordnung der EU-Kommission.Beispiel: Ein Sachtextentwurf unterstützt die Vorbereitung. Eine automatische Entscheidung über die weiterführende Schule ist etwas anderes und nach diesem Schulkonzept ausgeschlossen.
Kinderschutz und schulisches SchutzkonzeptKI-gestützte Bloßstellung, Täuschung oder bedrohliche Bilder werden ernst genommen. Vorgehen, Beratung und erforderliche Schutzmaßnahmen richten sich nach dem schulischen Schutzkonzept und der konkreten Situation.Beispiel: Ein Kind berichtet von einem einschüchternden Bild. Die Lehrkraft hört ohne Vorwurf zu, sorgt für Schutz und bindet die schulische Ansprechperson ein.
UrheberrechtUrheberrecht schützt persönliche geistige Schöpfungen. Rein maschineller Output ist nicht allein deshalb ein menschliches Werk; kreative menschliche Beiträge können geschützt sein. KI-Ausgaben können außerdem Rechte Dritter berühren. Kinderarbeiten werden nach diesem Konzept nicht hochgeladen. § 2 UrhG.Beispiel: Für ein Arbeitsblatt wählt die Lehrkraft eine selbst erstellte oder passend lizenzierte Abbildung. Sie kopiert keine bekannte Comicfigur nur deshalb, weil eine KI sie ausgegeben hat.
SchulrechtAufsichts- und Fürsorgepflicht, Elternrecht auf Information. Das KI-Konzept ist Bestandteil des Schulprogramms.Beispiel: Vor einem Unterrichtsprojekt werden Lernziel, Aufsicht und Elterninformation geklärt. Ein Produktvorschlag ersetzt keinen notwendigen schulischen Beschluss.

Die rechtlichen Beispiele veranschaulichen das Konzept, ersetzen aber keine Einzelfallprüfung. Zuständige Schulleitung und Datenschutzberatung prüfen die aktuelle Rechtslage vor Ort.

6.3 Ethische Leitlinien

In Anlehnung an die UNESCO-Empfehlungen zur KI-Ethik im Bildungsbereich gilt:

6.4 Umgang mit Missbrauch und Meldewege

Mit KI erzeugte Bilder, Stimmen oder Nachrichten, die Kinder bloßstellen, täuschen oder ängstigen, kommen auch im Grundschulalter vor – meist über ältere Kinder, Geschwister oder Klassenchats der Eltern. Solche Vorfälle sind Kinderschutzfälle. Wir setzen auf Prävention (KI-Entdeckerpass, Elternabend) und auf klare Wege:

7Fortbildung des Kollegiums

In der Grundschule liegt der KI-Einsatz fast vollständig bei den Lehrkräften. Fortbildung ist deshalb der Kern dieses Konzepts: Lehrkräfte sollen KI sicher für Vorbereitung und Differenzierung nutzen können, die rechtlichen Grenzen kennen und Kinder altersgerecht über KI aufklären können.

7.1 Fortbildungsformate

FormatBeschreibung
Kurzformate in der Konferenz15–20 Minuten „Zeig mal“: Eine Kollegin, ein Kollege zeigt ein konkretes Beispiel (z. B. Sachtext in drei Stufen). Mehrmals im Schuljahr, nach Bedarf auch online.Beispiel: 15 Minuten: Eine Lehrkraft zeigt Auftrag und Lesetext. Zwei Kolleg:innen prüfen Sprache und Fakten, anschließend wird die überarbeitete Version im Materialpool abgelegt.
Offene Sprechstunde steht für Fragen, Ausprobieren und Materialcheck zur Verfügung. Nach Bedarf, z. B. in der Mittagspause.Beispiel: Eine Kollegin bringt einen selbst erfundenen Beispielauftrag mit. Gemeinsam wird geprüft, ob versehentlich Personenbezug enthalten ist und wie der Auftrag präziser wird.
Schulinterne Fortbildung (SchiLF)Mindestens ein halber Fortbildungstag pro Schuljahr mit KI-Schwerpunkt: Differenzierung, Elternkommunikation, Datenschutz, kindgerechte Aufklärung. Ggf. mit externer Referent:in oder Medienberatung.Beispiel: Drei Stationen: Lesetext differenzieren, KI-Fehler finden und einen Hilfe-Fall besprechen. Am Ende nimmt jede Lehrkraft ein geprüftes Material und eine persönliche Prüfliste mit.
Externe FortbildungenAngebote der Landesinstitute, der Medienberatung und der regionalen Lehrerfortbildung; Lehrkräfte werden freigestellt und geben Inhalte im Kollegium weiter.Beispiel: Eine Lehrkraft nutzt ein passendes Angebot der ALP Dillingen bzw. des KIKO und bringt eine zehnminütige Praxisübung ins Kollegium mit. Einstieg über die Fortbildungsinformationen des Kultusministeriums.
MaterialpoolGemeinsamer Ordner mit geprüften Prompts, Beispielmaterialien, dem KI-Entdeckerpass und der Elterninformation.Beispiel: Im freigegebenen Schulordner stehen „Lesetext Wald – Auftrag – geprüfte Fassung – Prüfhilfe“. Datum und verantwortliche Lehrkraft sind vermerkt; keine Schülerprodukte oder Falldaten ablegen.
BetreuungskräfteKurze Einweisung zu Beginn des Schuljahres: Regeln, keine KI mit Kindern, Meldewege.Beispiel: Zehn Minuten Einweisung: Ein Kind möchte einen Chatbot nutzen oder zeigt ein verstörendes Bild. Betreuungskräfte üben die passende Antwort und kennen die Ansprechperson.

7.2 Kompetenzziele für Lehrkräfte

8Zuständigkeiten, Eltern und Schulgemeinschaft

Grundschulen sind meist kleine Systeme. Statt vieler Gremien braucht es klare Ansprechpersonen und eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern – denn dort findet die eigentliche KI-Nutzung der Kinder statt.

8.1 Strukturen und Zuständigkeiten

Gremium / StelleAufgabe
Ansprechperson KI / Medien
Pflegt das Konzept und die Werkzeugliste, berät Kolleg:innen, bereitet Elterninformation und KI-Entdeckerpass vor. In der Regel identisch mit Medienbeauftragung oder Systembetreuung; Stundenentlastung .Beispiel: Eine Kollegin möchte ein neues Werkzeug testen. Die Ansprechperson sammelt Zweck, benötigte Daten und offene Fragen und bereitet die Prüfung vor.
SchulleitungTrägt die Verantwortung, entscheidet über Werkzeuge und Einwilligungsverfahren, berichtet in Konferenz und Elternbeirat.Beispiel: Die Schulleitung entscheidet nach Prüfung, ob ein Dienst nur für Lehrkräfte zur Materialvorbereitung genutzt werden darf, und dokumentiert Grenzen und Zuständigkeiten.
LehrerkonferenzBeschließt und überarbeitet das Konzept; jährliche kurze Bilanz (siehe Kapitel 9).Beispiel: Das Kollegium prüft am Schuljahresende zwei Materialien und die Rückmeldungen aus Klassen. Daraus entstehen ein Fortbildungsziel und konkrete Änderungsvorschläge.
Beschlussgremium für das Konzept als Teil des Schulprogramms.Beispiel: Das zuständige Gremium beschließt die angepassten Regeln mit Datum und Version. Eine neue Vorlage auf der Webseite allein ist noch kein Schulbeschluss.
ElternbeiratWird vor Beschluss angehört, erhält die Werkzeugliste und wirkt am Elternabend zum Thema KI mit.Beispiel: Der Elternbeirat testet den Elternbrief auf Verständlichkeit: Was ist zu Hause erlaubt? Wen fragen Eltern bei Unsicherheit? Rückfragen fließen in die Fassung ein.
Kinder (Klassenrat, Schülerversammlung)Klassen 3/4 besprechen die KI-Regeln im Klassenrat und gestalten das Regelposter mit.Beispiel: Die Klasse ergänzt unter „Ich hole Hilfe“ eigene, allgemein formulierte Sätze und zeichnet Symbole für das Regelposter.
Betreuung / GanztagLeitung der Betreuung ist über Regeln und Meldewege informiert und setzt sie um.Beispiel: Neue Betreuungskräfte erhalten das Regelblatt und üben, wie sie bei einer beunruhigenden Nachricht ruhig reagieren und Hilfe hinzuziehen.

8.2 Technische Infrastruktur

8.3 Kommunikation mit den Eltern

KI zu Hause – Empfehlungen an die Eltern (Auszug für den Elternbrief)

  • Nutzen Sie KI-Programme nicht für die Hausaufgaben Ihres Kindes – auch nicht „nur zur Kontrolle“. Fehler sind für die Lehrkraft wichtige Hinweise.Beispiel: Fragen Sie „Was verstehst du an der Aufgabe schon?“ statt ein Foto der Aufgabe oder des Kinderhefts an einen Chatbot zu schicken.
  • Wenn Ihr Kind KI zu Hause erlebt (Sprachassistent, Ihr Handy), dann gemeinsam und mit dem Satz: „Das ist ein Programm, kein Mensch – und es kann sich irren.“Beispiel: Ein sprechendes Gerät nennt eine Antwort. Sie sagen: „Das kann falsch sein. Wir schauen gemeinsam in einem Buch nach.“
  • Geben Sie keine Fotos, Namen oder Stimmen Ihres Kindes in KI-Dienste ein, auch nicht für lustige Bilder.Beispiel: Für eine lustige Geburtstagskarte malt Ihr Kind selbst eine Fantasiefigur; sein Porträt wird nicht in einen Bildgenerator geladen.
  • Kindersuchmaschinen und Bücher sind für Referate die bessere Wahl als Chatbots.Beispiel: Für ein Tierplakat begleiten Sie die Suche in fragFINN. Ihr Kind formuliert die Informationen selbst; gefundene Seiten werden mitgeprüft.
  • Wenn Ihr Kind ein Bild, ein Video oder eine Nachricht sieht, die es beunruhigt: ernst nehmen, nicht schimpfen, mit der Schule sprechen.Beispiel: Sagen Sie „Gut, dass du zu mir kommst“. Leiten Sie das Material nicht weiter und klären Sie mit der Schule einen sicheren nächsten Schritt.

9Evaluation und Weiterentwicklung

KI verändert sich so schnell, dass ein Konzept, das heute passt, in zwei Jahren veraltet sein kann. Unser Konzept wird deshalb regelmäßig, aber mit dem Aufwand einer Grundschule angemessen überprüft – kurz, konkret, mit den sechs PRISMA-Fragen als Raster.

9.1 Evaluationsrhythmus

ZeitraumMaßnahme
LaufendRückmeldungen aus dem Kollegium an die Ansprechperson; Werkzeugliste bei Bedarf anpassen; Vorfälle dokumentieren.Beispiel: Nach einem KI-Text notiert die Lehrkraft kurz „zwei Fakten korrigiert, Sprache passend“. Solche Rückmeldungen gehen ohne Kinderdaten an die Ansprechperson.
Jährlich (Ende des Schuljahres)Kurze Bilanz in der Lehrerkonferenz (30 Minuten): Was hat sich bewährt? Was hat gefehlt? Rückmeldungen der Eltern? Aktualisierung von Werkzeugliste, Elternbrief und Entdeckerpass.Beispiel: 30-Minuten-Agenda: 10 Minuten Beispiele ansehen, 10 Minuten Rückmeldungen besprechen, 10 Minuten Maßnahmen mit Verantwortlichen und Termin beschließen.
Alle 2 JahreÜberarbeitung des Konzepts durch Schulleitung und Ansprechperson; Anhörung des Elternbeirats; Beschluss.Beispiel: Schulleitung und Koordination legen alte und neue Fassung nebeneinander. Geänderte Regeln werden markiert, mit dem Elternbeirat besprochen und beschlossen.
AnlassbezogenBei neuen rechtlichen Vorgaben, neuen Werkzeugen oder einem Vorfall sofortige Anpassung der betroffenen Kapitel.Beispiel: Ein Anbieter ändert Datenflüsse oder Bedingungen. Die betroffene Nutzung wird bis zur Klärung ausgesetzt; Kollegium und gegebenenfalls Eltern werden informiert.

9.2 Evaluationsinstrumente

PRISMA-Fragen für die jährliche Bilanz

P – PotenzialeWobei hat KI Lehrkräften oder Kindern dieses Jahr wirklich geholfen?Beispiel: Im Team wird ein konkreter Lesetext gezeigt: Welche sprachliche Anpassung hat Kindern den Zugang erleichtert?
R – RisikenGab es Datenschutzfragen, Vorfälle, Hausaufgaben mit KI, verunsicherte Eltern?Beispiel: Eine erfundene Lösung wurde vor dem Einsatz entdeckt. Der Materialcheck erhält einen eigenen Punkt „Lösungen vollständig nachrechnen“.
I – IntegrationPasst der Einsatz in unseren Alltag – oder war es Zusatzaufwand?Beispiel: Die Lehrkraft vergleicht ihren Vorbereitungsaufwand einschließlich Nachkontrolle. Mehrarbeit ohne erkennbaren Nutzen spricht gegen den Einsatz.
S – SkillsWas fehlt dem Kollegium noch? Haben alle Kinder in Klasse 3/4 den Entdeckerpass gemacht?Beispiel: Unsicherheit bei personenbezogenen Daten führt zu einer kurzen Fortbildung mit fiktiven Eingaben.
M – MehrwertHaben Lesen, Schreiben, Rechnen darunter gelitten – oder profitiert?Beispiel: Kinder erklären den gelesenen Inhalt selbst. Eine hohe Zahl erzeugter Arbeitsblätter ist dagegen kein Nachweis besseren Lernens.
A – AnalyseWas ändern, ausbauen oder beenden wir?Beispiel: Das Team behält geprüfte Textentwürfe bei, beendet einen unpassenden Einsatz und benennt einen Termin zur erneuten Prüfung.

10Anhang

10.1 Definitionen – auch für Kinder erklärt

BegriffErklärung
KI / AIKünstliche Intelligenz: Programme, die aus sehr vielen Beispielen „gelernt“ haben und deshalb Muster erkennen oder Antworten erraten können. Für Kinder: „Ein Computerprogramm, das aus ganz vielen Beispielen gelernt hat, was wahrscheinlich richtig ist – aber es weiß es nicht wirklich.“Beispiel: Ein Programm erzeugt auf einen allgemeinen Auftrag einen Text über Bäume. Die Lehrkraft muss prüfen, ob der Inhalt stimmt.
Sprachmodell (LLM)Ein Programm, das gelernt hat, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes kommt, und so ganze Texte schreibt (z. B. GPT, Gemini, Claude).Beispiel: Auf „Formuliere drei kurze Sätze zum Herbst“ entsteht ein Text. Auch flüssige Formulierungen können Fehler enthalten.
SprachassistentGeräte oder Apps, mit denen man sprechen kann (z. B. auf Handys, Lautsprechern). Für Kinder: „Da ist kein Mensch drin – nur ein Programm, das Wörter erkennt.“Beispiel: Ein sprechendes Gerät reagiert auf „Stelle einen Timer“. Das ist eine technische Funktion, kein Mensch im Lautsprecher.
HalluzinationDie KI erfindet etwas, das überzeugend klingt, aber falsch ist. Sie lügt nicht absichtlich – sie rät. Für Kinder: „Die KI sagt manchmal Quatsch und merkt es selbst nicht.“Beispiel: Ein Programm nennt ein Buch als Beleg, das sich nicht auffinden lässt. Die Angabe wird nicht ungeprüft als Quelle übernommen.
DeepfakeMit KI erzeugte, täuschend echte Fälschung von Bildern, Videos oder Stimmen. Für Kinder: „Ein Bild oder eine Stimme, die echt aussieht oder klingt, aber vom Computer gemacht ist.“Beispiel: Eine manipulierte Aufnahme klingt wie eine bekannte Person. Bei einer ungewöhnlichen Aufforderung wird über einen vertrauten Kontaktweg nachgefragt.
BiasEinseitigkeit: Hat die KI aus einseitigem Material gelernt, gibt sie einseitige Antworten – wie jemand, der nur ein einziges Buch kennt.Beispiel: Ein Bildentwurf zeigt nur Männer beim Forschen und nur Frauen beim Pflegen. Die Lehrkraft erkennt die einseitige Darstellung und korrigiert sie.
Personenbezogene DatenAlles, woran man ein Kind erkennen kann: Name, Foto, Stimme, Adresse, Geburtstag, Handschrift, Klasse und Schule. Für Kinder: „Alles, woran jemand merkt, dass du das bist.“Beispiel: Auch „das einzige Kind aus Dorf X in Klasse 3b“ kann jemanden erkennbar machen – selbst ohne Namen.
PseudonymEin Deckname statt des echten Namens. Über Zusatzwissen oder eine Zuordnungsliste kann die Person weiterhin erkennbar sein; ein Pseudonym ist nicht automatisch Anonymität. Art. 4 Nr. 5 DSGVO.Beispiel: „Lernfuchs17“ ersetzt den Namen. Die geschützte schulische Zuordnungsliste zeigt trotzdem, welches Kind gemeint ist.
DSGVODatenschutz-Grundverordnung (EU 2016/679) – das Gesetz, das persönliche Daten schützt.Beispiel: Die Schule klärt vor einer Plattform, warum welche Daten nötig sind, wer sie erhält und wann sie gelöscht werden.
AI ActEU-Verordnung über Künstliche Intelligenz (2024).Beispiel: Die Schule unterscheidet zwischen einem allgemeinen Materialentwurf und einem System, das Leistungen bewerten soll.
KMKKultusministerkonferenz – Gremium der Bildungsminister der deutschen Bundesländer.Beispiel: Das Kollegium verwendet die Handlungsempfehlung als Orientierung für Fortbildung und pädagogische Regeln.
PRISMAPotenziale – Risiken – Integration – Skills – Mehrwert – Analyse (Modell nach Felix Urban, CFG Wuppertal).Beispiel: Vor einem Pilotprojekt werden die sechs Fragen zu Nutzen, Risiken und Auswertung einmal gemeinsam beantwortet.
DaZDeutsch als Zweitsprache – Kinder, die Deutsch zusätzlich zu ihrer Erstsprache lernen.Beispiel: Zum Wort „Wurzel“ bietet die Lehrkraft ein Bild, eine einfache Erklärung und einen gesprochenen Beispielsatz an.

Wörter, die du kennen solltest

KIEin Computerprogramm, das aus ganz vielen Beispielen gelernt hat, was wahrscheinlich richtig ist – aber es weiß es nicht wirklich.Beispiel: Ein Programm schreibt eine Antwort über Bäume. Wir prüfen nach.
SprachassistentDa ist kein Mensch drin – nur ein Programm, das Wörter erkennt.Beispiel: Du hörst eine Antwort aus einem Lautsprecher. Darin sitzt kein Mensch.
Wenn die KI Quatsch sagtDie KI sagt manchmal Quatsch und merkt es selbst nicht. Deshalb prüfen wir nach.Beispiel: „Eine Woche hat acht Tage“ ist falsch. Wir zählen am Kalender.
Gefälschtes Bild (Deepfake)Ein Bild oder eine Stimme, die echt aussieht oder klingt, aber vom Computer gemacht ist.Beispiel: Eine bekannte Person scheint etwas Seltsames zu sagen. Wir fragen einen Erwachsenen, ob die Aufnahme echt ist.
Persönliche DatenAlles, woran jemand merkt, dass du das bist: dein Name, dein Foto, deine Stimme, deine Adresse.Beispiel: Deine Adresse verrät, wo du wohnst. Sie gehört nicht in eine KI.
DecknameEin erfundener Name statt deines echten. Manchmal kann man trotzdem herausfinden, wer du bist. Deshalb bleiben persönliche Angaben privat.Beispiel: „Lernfuchs17“ statt deines Namens. Deine Lehrkraft kann trotzdem wissen, dass du das bist.

10.2 Weiterführende Quellen und Ressourcen

Produkte und Praxisressourcen – gezielt auswählen

Funktionsbeispiele und Quellen, geprüft am 17.09.2026. Anbieterfunktionen und Zugangsbedingungen können sich ändern. Kosten, Altersgrenzen, konkrete Konten und Datenschutz sind vor Ort zu prüfen; diese Übersicht ist keine Liste freigegebener Schulprodukte.

  • KI-Angebote in Bayern: ByCS und AIS.chat – vom Kultusministerium beschriebene schulische Angebote. Praxis: Die Lehrkraft prüft einen verfügbaren, freigegebenen Zugang für die Textentwürfe aus 3.2.
  • fobizz KI für Arbeitsblätter – Entwürfe für Aufgabenformate. Praxis: Einen Lückentext und Verständnisfragen zum Wald erstellen, Lösungen kontrollieren und die fertige Fassung auf Papier nutzen.
  • DeepL Übersetzer – Textübersetzung. Praxis: Einen allgemeinen Elternhinweis ohne Personenbezug übersetzen und gegenlesen lassen. Das ersetzt keine verlässliche Sprachmittlung in sensiblen Gesprächen.
  • fragFINN für die Schule – Kindersuchmaschine, kein KI-Chatbot. Praxis: Begleitet Informationen für ein Tierplakat suchen, Quellen notieren und die Aussagen im Buch vergleichen.
  • Internet-ABC: KI im Unterricht – Informationen und Unterrichtsmaterialien, kein Schüler-Chatbot. Praxis: Lehrkräfte wählen altersgerechte Bausteine für „KI kann sich irren“ und „Daten schützen“.
  • ALP Dillingen / KIKO: Fortbildungsinformationen – Einstieg über das Kultusministerium. Praxis: Ein passendes Fortbildungsangebot auswählen und eine geprüfte Übung in einer Kurzkonferenz weitergeben.

Praktikabler Team-Ablauf: Eine Lehrkraft erstellt den Entwurf, eine zweite prüft Inhalt und Sprache. Erst danach kommt das Material in den schulisch freigegebenen Pool – mit Datum und Zuständigkeit. Das ist ein Vorschlag für die Praxis, keine Zusicherung nachgewiesener Lernwirkungen.

10.3 Änderungshistorie

VersionDatum / Beschreibung
1.0 – Erstfassung
1.117.09.2026 – Praxisbeispiele, Musteraufträge und verlinkte Produktressourcen ergänzt; pauschale Datenschutz- und Rechtsformulierungen präzisiert. Änderung der Vorlage, kein neuer schulischer Beschluss.

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